Neunzig Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland werden von kleinen und mittleren Unternehmen gestellt. Der Mittelstand ist der größte Pfeiler für Wachstum und Beschäftigung in unserem Land. Er braucht oft andere Lö-sungen, als das bei großen Unternehmen der Fall ist. Der Mittelstand spielt für die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft eine zentrale Rolle. Ein Land, das kein Gold im Boden hat, muss auf das Gold in den Köpfen setzen – gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen.
Als Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für den Mittelstand und die Freien Berufe ist es meine Aufgabe, mich für gute Lösungen für den Mittelstand einzusetzen. Ich verstehe mich als Ansprechpartner und Anwalt kleiner und mittlerer Unternehmen und deren Belegschaften sowie der vielen Selbständigen und Existenzgründer im Parlament.
Gerade in der Krise kommt es darauf an, den vielen kleinen und mittleren Unternehmen mit gezielten Instrumenten zur Seite zu stehen. Schwierigkeiten, an Kredite zu kommen und wichtige Investitionen tätigen zu können, sind zurzeit leider an der Tagesordnung. Statt zu helfen, verschärft die Bundesregierung die Situation aber noch. Mittelständische Branchenstrukturen sowie die vielen kleinen und mittelstän-dischen Unternehmen mit ihren Belegschaften und deren Qualifikationen müssen aber erhalten bleiben, um nachhaltigen Schaden von unserer Volkswirtschaft abzuwenden.
Auch kommt es darauf an, den Wandel in der Arbeitsgesellschaft zu begleiten und unsere sozialen Sicherungssysteme neu zu justieren. Mehr und mehr Menschen gehen einer selbständigen Tätigkeit nach. Zudem wechseln sich Zeiten abhängiger und selbständiger Beschäftigung einander ab, individuelle Erwerbsbiographien werden vielfältiger. Die Anzahl von Selbständigen, Künstlerinnen und Künstlern, Freiberuflern und Selbständigen nimmt stetig zu. Bislang bildet unsere Sozialversicherung diese Entwicklung noch nicht ausreichend ab, sondern orientiert sich zu stark an traditionelleren Erwerbsbiographien. Ich will mich dafür starkmachen, Selbständigen das gleiche Maß an sozialer Absicherung wie vergleichbaren angestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verschaffen, ohne sie jedoch in ihren beruflichen Entscheidungen zu sehr in ihrer notwendigen beruflichen Flexibilität einzuschränken. Es geht darum, Sicherheit und Flexibilität miteinander zu verbinden.